Die Idee

Ziele & Selbstverständnis des Lagers

Das Zeltlager St.Georg ist eine Jugendfreizeit, welche jährlich in den ersten beiden Wochen der hessischen Sommerferien stattfindet. Finanziert wird sie durch die Beiträge der Teilnehmer und Betreuer, sowie durch Spenden von Eltern und Freunden und einen Zuschuss der Stadt Rüsselsheim.

Das Zeltlager wird organisiert und betreut von einem Team aus ehemaligen Teilnehmern, die es sich zum Ziel gesetzt haben, ihre Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse aus vielen Jahren Zeltlager an Jüngere weiter zu geben.

Zu den wichtigsten Zielen des Zeltlagers St.Georg zählt die Vermittlung grundlegender Werte: Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Glaube – und das inmitten unberührter Natur. Abseits vom technisierten Alltag spielt dabei der Verzicht auf gewohnten Luxus, wie fließend Warmwasser und Elektrizität, eine bedeutende Rolle im Gesamtkonzept des Zeltlagers.

Die Entstehung des Zeltlagers ist auf die Initiative Pfarrer Karl-Heinz Beicherts zurückzuführen, der das Lager 1959 ins Leben gerufen hat. Seit dieser Zeit hat das Zeltlager der Kirchengemeinde St.Georg für zahllose junge Menschen einen wichtigen Beitrag zu ihrer persönlichen Entwicklung geleistet und zu allen Zeiten zu einem lebendigen Gemeindeleben beigetragen.

Das Zeltlager sah und sieht sich als ein wichtiger Teil der Jugendarbeit der Gemeinde St.Georg, der aber auch Anziehungskraft für viele Kinder und Jugendliche aus der näheren und weiteren Umgebung von Rüsselsheim besitzt. Dies wird im Sinne einer offenen Gemeinde von den Verantwortlichen des Lagers ausdrücklich begrüßt.

37 Jahre lang wurde das Lager unter der Obhut von Pfarrer Karl-Heinz Beichert durchgeführt, danach übernahm für 3 Jahre Pfarrer Herbert Schega die Hauptverantwortung. Seit 1999 wird das Zeltlager sehr erfolgreich unter der vollen Verantwortung von mehreren erfahrenen Zeltführern geleitet.

Ablauf des Lagers

Die Teilnehmer werden mit dem Reisebus von Rüsselsheim aus an den jährlich wechselnden Veranstaltungsort und zurück befördert.

Bereits im Vorfeld werden sie nach Alter (zwischen 9-16 Jahren) und speziellen Wünschen in Zeltgruppen (idealerweise zu sechst) eingeteilt, wobei jedes Zelt von einem Zeltführer direkt betreut wird, der auch mit den Jungen im Zelt wohnt und als Ansprechpartner und Vertrauensperson dient.

Auf- und Abbauarbeiten, sowie der Küchendienst und die Nachtwache werden dem Alter angemessen auf die verschiedenen Zeltgruppen verteilt.

Der Ablauf des Lagers gestaltet sich wie im Anhang exemplarisch am Programm des Zeltlagers 2016 dargestellt. Während verschiedene Programmpunkte in einer flexiblen Reihenfolge durchführbar wären, so besteht ein weitestgehend festes Zeitgerüst, welches den Rahmen für die Durchführung des Lagers vorgibt und im folgenden kurz erläutert werden soll.

Der Aufbau dient dazu eine grüne Wiese inmitten von Wald zu einem Zuhause für die Zeltlagerfamilie zu machen. Hierbei wird besonderer Wert auf das gemeinsame Arbeiten und den Beitrag jedes Einzelnen zum Gesamtbild des Lagers gelegt. In Zeltgruppen bauen die Kinder unter Anleitung ihres Zeltführers die wichtigsten Einrichtungen des Zeltlagers, wie:

  • Küchenvorzelt und Essensanrichte
  • Waschsteg am Bach
  • Kühlschrank
  • Ofen
  • Feuerstelle
  • Bannermast
  • Kreuz und Altar
  • Jurte
  • Mülleimer

Über die bloße Errichtung des Lagers hinaus bewirkt der gemeinschaftliche Aufbau ein Zusammenwachsen aller Teilnehmer und Zeltführer, sowie die Identifikation mit dem Selbsterbauten als ein Bestandteil des Zeltlagers St.Georg.

Der nächste, und zugleich ein sehr wichtiger Programmpunkt des Lagers ist der „Tag im Wald“: Die Zeltführer begeben sich hierbei mit ihrer Zeltgruppe auf eine zweitägige Wanderung. Die besondere Aufgabe ist es ein Quartier für die Nacht zu suchen. Dabei erfahren die Teilnehmer die Hilfsbereitschaft, das Vertrauen und die Gastfreundschaft, die ihnen von fremden Mitmenschen entgegengebracht werden. Durch den „Tag im Wald“ sollen das Gemeinschaftsgefühl und der Zusammenhalt der Zeltgruppe gestärkt werden und Freundschaften wachsen.

Der Besuchersonntag mit einem Völkerballspiel und einem Gottesdienst als Höhepunkte des Tages soll Eltern und Freunden einen Einblick in das Lagerleben ermöglichen. Mit großem gemeinsamen Mittagessen und verschiedenen Spielen präsentiert sich das Lager für einen Tag als Gastgeber einer großen Zeltlagerfamilie.

In der zweiten Woche werden je nach Veranstaltungsort des Zeltlagers verschiedene Ausflüge in die nähere Umgebung, wie z.B. Stadtfahrt, Schwimmbadbesuch oder Kompaßwanderung durchgeführt.

Am Freitag wird traditionell gemeinsam mit denjenigen, die das Lager in den 12 Tagen vor Ort unterstützten, wie Bauer, Bäcker, Metzger u.a. ein Abschluß-Gottesdienst mit anschließendem Fest gefeiert. Alle neugewonnenen Freunde des Zeltlagers St.Georg sind herzlich eingeladen zum großen Buffet und Lagerfeuer. Danach geht es am letzten Tag des Lagers mit vereinten Kräften an den Abbau.

Das Zeltlager endet traditionell mit der letzten gemeinsame Lagerrunde zusammen mit den Familien zu Hause in Rüsselsheim.

Thema Jungen-Zeltlager

Das Zeltlager St.Georg ist seit jeher eine reine Jungenfreizeit. Während dies früher hauptsächlich in katholischen Traditionen seinen Ursprung hatte, spielen für die heutigen Verantwortlichen darüber hinaus auch pädagogische und rechtliche Aspekte eine Rolle.

Die Teilnehmer im Alter zwischen 9 und 16 Jahren befinden sich in der Vorpubertät/Pubertät. Das Zeltlager bietet in den 12 Tagen für die Jungen einen Raum, in dem sie sich ohne sonst üblichen Konkurrenzkampf, Imponiergehabe und erste Beziehungsproblematiken entfalten können.

Von rechtlicher Seite wären die Bereitstellung von getrennten Waschstellen/-zeiten am Bach, getrennten Toiletten und getrennten Schlafzelten und weiblichen Zeltführerinnen zusätzlich Anforderungen, die unser Team nicht erfüllen kann.

Im Zeltlager werden übliche Klischees, wie Frauen kochen/putzen/spülen dadurch abgebaut, dass die Teilnehmer selbst in der Küche mithelfen, das Lager sauber halten und auch die Toiletten reinigen. Es gilt: nur wenn jeder mitmacht und eine Aufgabe übernimmt ist ein angenehmes Miteinander möglich! 🙂

Es ist den Zeltführern bewusst, dass gemischte Lager auch Vorteile haben, jedoch sind die Verantwortlichen der Ansicht, dass auch die Tatsache, dass es sich beim Zeltlager St.Georg noch immer um eine reine Jungenfreizeit handelt, einer der Gründe für die ungebrochene Beliebtheit des Zeltlagers ist.

Betreuer

Die Zeltführer des Zeltlagers St.Georg sind alle zu 100% ehrenamtlich Tätig & leisten darüber hinaus noch einen Eigenbeitrag, um das Lager überhaupt zu ermöglichen. Sie opfern ihre Freizeit bzw. ihren Urlaub dafür, dass andere Kinder und Jugendliche die gleichen Erfahrungen erleben, die sie selbst auch im Zeltlager erleben konnten. Deshalb steht und fällt das Lager mit dem ehrenamtlichen Engagement der Zeltführer.

Die Betreuer des Zeltlagers werden meist aus dem Kreis der ältesten Teilnehmer des Vorjahres ausgewählt. Der große Vorteil dieser Methode besteht in der Möglichkeit, die zukünftigen Betreuer oft über Jahre hinweg zu beobachten, um so eine gute Wahl zu treffen. Die Jungen sind somit oftmals schon erfahrene Lagerteilnehmer, die mit den Anforderungen an einen Zeltführer bestens vertraut sind.

Die Betreuer sind im Konzept des Zeltlagers auch Vorbild und Orientierung für die Teilnehmer außerhalb ihres teilweise problematischen heimischen Umfeld.

Innerhalb des Zeltführerteams des Zeltlagers St.Georg werden die Aufgabenbereiche Lagerleitung, Küche und Zeltführer jährlich neu verteilt. Die Vorbereitung der Betreuer erfolgt während der monatlichen Treffen (Zeltführerabende), sowie im Rahmen zweier Vorbereitungswochenenden.

Das erste Vorbereitungswochenende dient dem Kennenlernen der Betreuer untereinander und der Integration neuer Zeltführer um ein bestmögliches Klima innerhalb der Gruppe zu gewährleisten. Dabei werden in einzelnen Gesprächen viele wertvolle Tipps und Ratschläge von den erfahreneren an die jüngeren Betreuer weitergegeben.

Naturnahe Erlebnisse, wie zum Beispiel Wandern oder Kanu fahren werden oft als Rahmen für das erste Vorbereitungswochenende gewählt um sich ohne die Ablenkung des Alltagslebens auf das Wesentliche zu konzentrieren, das Kennenlernen untereinander und das ‚Sich selbst in der Gemeinschaft erfahren‘.

Während des zweiten Vorbereitungswochenendes werden das Programm des Lagers, sowie weitere organisatorische Aufgaben geplant. Darüber hinaus werden in Gruppen-, als auch in Einzelgesprächen die pädagogischen Grundlagen und Ziele des Zeltlagers erarbeitet und in Rollenspielen erprobt.

Zusätzlich nehmen die Betreuer jährlich an einem Erste-Hilfe Kurs teil, der speziell auf die Bedürfnisse und Anwendungsbereiche des Zeltlagers ausgerichtet ist. Eine Vielzahl der Zeltführer nimmt zudem an einem Rettungsschwimmer-Kurs der DLRG teil. Die Kosten hierfür werden von den Betreuern selbst getragen.

Vorbereitung

Die Organisation des Zeltlagers beginnt mit dem Ende des vorangegangenen Lagers und beinhaltet außer den bereits im vorangegangenen Abschnitt erwähnten Aktivitäten folgende weitere Aufgaben:

  • Platzsuche
  • Kontrolle der Zelte und Reparatur
  • Zeltverleih
  • Wartung des Werkzeugs
  • Gestaltung von Liederheft/T-Shirt
  • Vorfahrt zur Klärung von Fragen vor Ort
  • Vorbereitung und Durchführung des Elternabends
  • Lebensmitteleinkauf im Großhandel
  • Unterstützung bei Aufbau und Durchführung des Pfarrfestes